Wanderrritt 2007

Unser erster kleiner "Wanderritt"

 

 

1. Tag

Da mein Pferd ja nicht mehr in den Hänger geht und ich den Offenstall (OS) verlassen musste, ritt ich knapp 30 km in zwei Etappen zurück in unseren Stall nach Muggensturm. Am ersten Tag ritt ich vom OS ca. 3,5 Stunden, wobei ein riesiger Berg uns 1,5 Stunden. Zeit geraubt hat und ich fast nur lief, weil es einfach zu steil war.

Es ist interessant wenn man länger und vorallem alleine mit seinem Pferd unterwegs ist, wie nahe man sich kommt. Teilweise saß ich mit ihm auf der Wiese und wir teilten uns eine Banane. Ein anderes mal hätte ich ihn erschlagen können, weil er so faul war und ich ihn ziehen musste. Die Wege waren auch voll ätzend, alles voller Steine, so das er oft fühlig lief und ich abstieg. Wir hatten ja noch keine Hufschuhe zu der Zeit.

Wir machten sogar gemeinsam Pinkelpausen, lach.

Ich hatte auch Glück, das ich nach dem pieseln direkt wieder aufstieg, da kurz danach ein Isi töltend an uns vorbeiraste und ich Lucky etwas länger erklären musste, das wir ihm nicht nachlaufen werden.

Pferde waren eh das Beste, Lucky wurde von jedem wiehrernd begrüsst und wiehrte lauthals mit. Der weiß schon ob wir nur reiten oder umziehen *seufz* jede Koppel war somit ein Hinderniss und etwas, was uns aufhielt und es waren so Einige.

Kurz vor Ziel stand dann auch noch ein Hund mitten auf dem Waldweg. Ich versuchte ruhig zu bleiben, aber ein Riesenschnauzer der einen so anstarrte, mit der Pfote hochgestellt war mir nicht geheuer. Allerdings stellt sich dann raus, das der Opi nur nicht so schnell aus dem Benz gekrochen kam und der Hund schon mal vorlief. Er war übrigens doch nett *uff*.

Am ersten Tag ritten/liefen wir 3,5 Stunden, dann stellte ich Lucky auf dem Islandgestüt Mönhchof ab, wo er die Nacht auf der Koppel verbrachte.

2. Tag:

Hier brauchten wir ganze 4 Stunden, da ich mich wegen einem Tip doch noch verritten hatte und umsonst um ein Dorf ritt. Statt 2 Stunden brauchte ich 1 Stunde länger, was sehr ärgerlich ist, wenn man schon kaputt war und einen die Bremsen anfielen und man echt nicht mehr konnte.

Um kurz nach 9h morgens gings vom Islandgestüt weiter. Eine nette Reiterin ritt ein Stück mit, um mir den Weg zu zeigen und dann ging es nur Berg ab. Ich hatte gehofft, das es schneller gehen würde als gestern bergauf. Naja ans laufen hatte ich mich schon gewöhnt . Es waren ca. 5km, wo ich auf etwas graderen Strecken aufstieg und auf steile abstieg. Traben konnte ich vergessen, ich trabte wenn es hochkam auf der ganzen Tour evtl. 30 Minuten weil er faul war, kaputt oder eben der Boden es nicht anbot.

Lucky, so ein Schlingel

03.10.2007

 

Ich kam in den Stall, das einzige was mir augefallen war, dass neben dem Heu und Stroh Pferdeäpfel lagen. Ich dachte nur "Komisch, da geht doch kein Pferd hin". Naja dann kam auch schon Eine auf mich zu erklärte, das Diejenige die bei uns die Pferde füttert die Tür von Lucky's Box falsch zugemacht hätte und er die ganze Nacht unterwegs gewesen war. Zwar waren die Hauptore zu, aber dennoch er hat zig fertiggerichtete Eimer von anderen Pferden leergefressen und hätte eine Kolik bekommen können. Der Bauer hatte ihn grade gefangen, als er sich an einen frischen 20 Kilo Futtersack zu schaffen machen wollte.

 

Hab ihn dann spazieren geführt und longiert. Darmgeräusche waren da und er schien mir sonst ganz fit und normal. Der TA mit dem ich dann Abends telefoierte, hatte gesagt, dass es wohl mit der Gefahr rum sei, denn sonst hätte er Tagsüber schon eine Kolik bekommen müssen. Er hat  dann zwei Tage Kraftfutterpause bekommen und durfte nur Heu und mal nen Apfel bekommen.

 

Da hätte echt mehr paßieren können.  Zum Glück war Feiertag, da hatte ich genügend Zeit ihn richtig zu reiten und zu bewegen, das wäre sehr wichtig hatte der TA gemeint. Puh nochmal gut gegangen.

 

 

Mähne ab, Stehmähne her!

Das war Lucky früher 2006/2007 *schnief*:





...und als er dann so aussah, weil sein Weidekumpel ihm die Mähne immer abfrass bzw. sie auch beim vielen toben darunter litt:



...bekam er zwangsweise eine Stehmähne:



Mai 2008:





 

Da war sie ab die Mähne....

Info: Ich versuche Lucky derzeit die Mähne wieder langwachsen zu lassen und werde es hier immer weider mit aktuellen Bildern dokumentieren.

Mähne aktuell August 2008

Sie ist kurz vorm umkippen:

Mein erster Sturz

 

14.10.2007

 

Es war so weit, ich bin gestürzt und das so richtig. Hätte ich kein Helm aufgehabt würde ich bestimmt nicht so locker hier schreiben können.

Wir waren auf der Galoppstrecke Miri mit Fire, Lucky und ich. Fire war vor uns, er war Lucky aber zu langsam und ich merkte das er überholen wollte. Ich versuchte ihn kürzer zu nehmen und dann schaltete er nen Gang runter und gab megagas. Ich bekam nen Ast vorm Helm und dann buckelte von ganz unten hoch. Miri meinte der hatte alle Beine in der Luft gehabt, pupste sich aus und buckelte mich ab.

Ich viel ewig lang und wie in Zeitlupe. Ich machte über seinen Kopf ein Purzelbaum und knallte mit dem Kopf zuerst auf, dann rollte und purzelte ich noch ein wenig weiter und schlug noch ein zweites Mal mit dem Kopf auf, dann ein drittes Mal. Ich hatte ein Helm auf, das war wohl mein Glück (es lebe der Casco-Helm).

Ich lag erstmal eingerollt da, mir schmerzte alles. Lucky galoppierte noch 100 Meter weiter und graste dann, nachdem Miri "Lucky" geschrien hatte hielt er an.
Nachdem ich mein Körper wieder spürte, winkte ich Miri zu um ihr zu sagen, dass ich lebe. Sie hatte schon das Handy in der Hand und rannte auf mich zu. Sie hatte schon den Helikopter vor Augen und überlegt, wie sie Fire und Lucky heimbekommen würde.

Ich hatte solche Fußschmerzen, ich dachte erst es wäre was gebrochen. Hab alles untersucht und 5 Minuten gebraucht bis ich stand. Dann hinkte ich mit Miri als stütze zu Lucky, dem ich die halbe Trense ins Gesicht gezogen hatte. Hab mich wohl festgehalten, weiß aber nichts mehr davon.

Also mir ging es danach so weit gut, aber mir schmerzte alles. Mein Nacken, mein Knöchel, mein Arm, mein Handgelenk, ich humpelte und hatte Muskelschmerzen in den Waden. Aber es half nix, ich musste ja zurück in den Stall, also hiefte mich Miri hoch und wir ritten langsam im Schritt zurück in den Stall. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Im Stall angekommen half eine Miteinstallerin Lucky zu versorgen und riet mir mein Bein zu kühlen. Irgendwie bin ich dann Heim gefahren.

 

Erst hab ich 2x verschwommen gesehen, aber da einige Stunden danach nichts mehr vorkam, bin ich vorerst nicht in die Klinik. Jan mein bester Freund kam extra vorbei, bediente und kümmerte sich rührend um mich. Übrigens im Nachhinein der Anfang unserer immernoch bestehenden Beziehung ;)

 

Am nächsten Tag tat mir noch mehr weh, ich spürte meinen ganzen Körper und ging dann doch noch zur Klinik.

Mit einem Schleudertrauma, einer Zerrung im Sprungelenk inkl. Verband und Salbe entließen sie mich noch am selben Tag. Die Milz wurde abgecheckt, mein Kopf war im Kernspin und so weit hatte ich nix schlimmes. Ich muss mich schonen, viel liegen und durfte erst wieder reiten als ich schmerzfrei war. Jan kümmerte sich weiterhin um alles und ging mit den Hunden laufen.

Ich hatte aber echtes Glück wegen dem Helm und der Wiese meinte die Ärztin, denn sie hat leider wie sie sagte zu oft Reitunfälle und viel Schlimmeres erlebt. Leider tragen zu wenig Menschen Helme.


So wie ich geflogen bin, wunderte es mich echt, dass ich nix schlimmeres hatte, denn es war ein Sturz aus dem gestrecktem Galopp.

Ich hatte da wohl einen Schutzengel bei mir gehabt.

SAUASACK! 

 

Umzug nach Schielberg

Vorab: Die Bilder dazu findet ihr unter der Gallerie 2008


Mal von Vorne:

 

Lucky sollte am 30.04.2008 um halb neun umziehen. Er hatte Wochen vorher Hängertraining. Ich habe Videos wo man sieht, wie er locker in den Hänger ging. Wir konnten hinten zumachen, alles top. Bis zu dem Tag eben.
Er wurde verladen und kaum wollten wir ihn anbinden, hob er die ganze Wand raus, schlüpfte rückwärts unter die Stange durch, obwohl sie tief genug für ein Pony eingestellt war. Das passierte ganze 2x, danach ging er nicht mehr rein. Schaffte es einige Male abzuhauen. Schluß habe ich gesagt, ich reite in den neuen Stall und übe dort weiter, weil er eben nicht so weit war in den Hänger zu gehen. Ich wollte ihn nicht zwingen, ihn oder andere in Gefahr bringen.

 

Wir hatten zwei schöne, aber auch zwei aufreibende Tage. Der erste Tag ging 3,5 Stunden. Ein Berg, megasteil kostete uns satte 2 Stunden. Hey waren wir fertig. Mein Ex-Pflegemädel und ich wechselten uns mit dem Fahrrad ab, ständig wieder Berg hoch und Berg runter mussten wir fast nur führen, da die Steine Brocken waren.

Na ja dann kamen wir am Isländergestüt Mönchhof an (Hatten wir das nicht schon mal? Siehe Wanderritt 2007) und wisst ihr was, ihre Weiden wurden gedüngt, also waren alle Boxen belegt. Gott wir waren so fertig und wollten nur noch ankommen. Na ja dann wurde wohl doch noch ne Wiese gefunden, wo ich ihn draufstellen konnte. Schnell erfuhr ich, dass ich mein Pferd versehentlich auf eine Privatkoppel bei wem am Haus gestellt hatte. Die Koppel daneben hatte schiefe Zäune und da wäre Lucky ausgebrochen (kein Strom). Also suchte ich den Besitzer, entschuldigte mich zig mal und fragte, ob ich mein Pferd für Geld ne Nacht auf seine Koppel lassen könnte. Ich glaube, dieser Mann war ein Engel. Er sicherte den Zaun nochmals ab, brachte meinem Pferd Wasser, abends als wir noch mal vorbeischauten machte er sich sorgen, dass Lucky zu viel gras fressen könnte und baute noch mal einen extra Zaun auf, um eben das Grasstück zu verkleinern usw.. Ich habe ihm am nächsten Morgen eine Merci - Schokolade gebracht mit einer kleinen Summe dabei und einer Dankeskarte. Solche Leute laufen einem ja nicht täglich überm Weg.

 

So dann kam der zweite Tag:


Wir schafften das letzte Stück innerhalb 2 Stunden. aber wie gesagt die Wege erschwerten uns so einiges. Dann am Stall angekommen, die nächste Überraschung. Ich habe Lucky grade in die Box gestellt kam noch eine neue Einstallerin. Ähm, tja Lucky stand aber in der letzten noch freien Box. Ich weiß nicht, was schiefgelaufen war, aber die Laune senkte sich sofort 4 Pferde und nur 3 Boxen. Ich dachte nur „Ein toller Neubeginn". Na ja die Tochter zurecht genervt, stellte ihr Pferd dann zu den Offenstallpferden, da es aber wohl schwerfuttrig war, sollte es baldmöglichst wieder in die Box. Sie war aber so nett und machte uns Neuen Einstallern erst mal Platz.

Na ja wir haben dann alle Pferde auf die Koppeln geschmissen, bis wir das mit den Boxen geklärt hatten und es passierte zum glück nix. Alle verstanden sich. Abends, Stunden später ebenfalls nix. Ich hoffte nur es bleibe dabei. Am nächsten Tag kamen die Pferde 24h auf die Koppeln. Das war der Anfang von Lucky's Leben im Offenstall und ich habe endlich mein Pferd in meiner Nähe stehen. Das was ich mir seit Jahren wünschte.