Ein Stadtmädchen kommt zum Pferd:
Bilder vom Besichtigungstag
Rückblick 22.10.2003
vorab:
kein mensch ist fehlerfrei und ich spreche mich hier auch von keinen fehlern frei. ein pferd als anfänger zu kaufen ist dumm, riskoreich und ich würde es keinem empfehlen. aber ich muss sagen,
grade weil wir von anfang an zweifler hatten, habe ich umso mehr durchgehalten und umso mehr gekämpft.
heute habe ich einen dicken schon 6 jahre lang. auf ihn lasse ich nichts kommen und würde ihn für nichts in der welt hergeben. unsere stallodysee hatte bestimmt auch mit viel unwissen meinerseits
zu tun gehabt. dennoch, hab ich immer in seinem sinne gehandelt.
~Rückblick irgendwann 2003~
Tja wo fängt man da an, 2003 zogen wir vom Ruhrgebiet in den Schwarzwald, wir kamen das erste mal 2002 mitten in einer Oktobernacht an, morgens dachte ich mich
trifft der Schlag, als ich mir genüsslich eine Zigarette auf dem Balkon rauchen wollte und vor riesigen baumbewachsenen Bergen stand. Das ist also der Schwarzwald. Jeder andere aus meiner Familie
staunte nicht ähnlich schlecht. Obwohl es eher ein trauriger Anlass war, der uns alle hier zusammenkommen ließ. Eigentlich wollten wir alle hier hochziehen, Oma + Opa, Mama + (jetzt Ex-)Mann, ich
mit meinem (jetzt Ex-)Freund. Nur Opa schaffte es nicht, er wurde beerdigt heute, deswegen waren wir alle da, das erste mal im Schwarzwald.
Nachdem wir den Ort über das Wochenende kennen gelernt hatten, entschlossen wir uns alle hier hochzuziehen, am 28.02.2003 war es dann so weit, Stadtmenschen wurden zur Dorfbewohnern.
Mir fiel schnell auf, wie viele Pferde auf den jeweiligen Wiesen standen, aber sie interessierten mich nicht, denn was sollte ich mit einem Pferd? Ich habe doch eh kein Ahnung. Auch die Pferde
bei meiner Mutter vor der Tür, ja sie waren süß, aber ich kann doch eh nicht reiten. Mein Hobby wurde die Hundeschule, ich betrieb mit meinen Hunden Agility und diverse andere Dinge, die man so
in der Hundeschule machen konnte.
Dort traf ich dann Bimbi, sie besaß zwei Isländer. Gott gleich zwei, wie bezahlte sie das bloß. Conny besaß einen Isländer und eine weitere besaß gleich drei Pferde. Na wo bin ich denn hier
gelandet, alles Pferdebesitzer und ich wurde hellhörig. Immer wieder redeten wir über Gott und die Welt und kamen auch immer wieder auf die Pferde zu sprechen, ich wurde immer neugieriger, was
macht ihr genau mit euren Pferden, wie finanziert ihr sie? Als Kind rannte ich schon ständig auf dem Bauernhöfen und Reiterhöfen herum, doch in der Stadt konnten sich nur „reiche“ Pferde leisten
und mit einer alleinerziehenden Mutter war dieses Thema eh tabu. Ich konnte Pferde streicheln, von ihnen träumen oder mal ne Runde im Urlaub auf ihnen drehen. Der Traum vom Pferd wurde daher
besser verdängt.
Tja Bimbi und ich verstanden und gut, deshalb lud sie mich zu sich auf dem Hof ein, Mönchhof hieß er, ein reiner Isländerhof. Ich lernte somit ihre Pferde kenne, erinnerte mich an meine Kindheit
und erfreute mich daran, ihre Pferde putzen zu dürfen, bekam noch mal schnell einen Schnellkurs, wozu welches Putzzeug ist und los ging es. Ich beobachtete die anderen um mich herum genau, hörte
sie reden, schaute mir die Pferde an und vor allem wie sie sich verhielten, es erschien mir alles so einfach. Bimbi meinte sie reitet schon mal die eine stute, dann kann ich so lange die andere
putzen, sie besaß 2 Pferde. Um so länger ich auf dem Hof war, juckte es mich auf einem Pferd zu sitzen und ich druxte etwas herum und fragte Bimbi, ob man denn hier Unterricht nehmen könnte usw.
Sie klärte mich auf du sagte gleich, was mich sehr enttäuschte. Sie würde mir ja gerne eins ihrer anvertrauen, aber so als Anfänger, ihre wären halt nicht einfach, ich könne sie halt erst mal
putzen. Tja falsch gehofft.
Daraufhin suchte ich in der Zeitung eine Reitbeteiligung, was nicht einfach war, denn niemand wollte eine Anfängerin oder aber sie haben bereits schlechte Erfahrungen gemacht. Daraufhin nahm ich
eine Longestunde und gab danach sofort wieder auf. Dieses unbequeme riesige Pferd, diese Befehle vom RL und überhaupt, ich war die einzige 25jährige neben 6jährigen Mädels, ich fühlte mich nicht
gut dabei, es muss doch eine andere Lösung geben um zum Pferd bzw. zum Reiten zu gelangen.
Ich meldete mich in einem Pferdeforum an, ich lernte nette Leute kennen und viel über Pferde, mehr als in jeglichen Büchern. Dort lernte ich auch Andi kennen, er besaß einen Berberwallach und
wohnte ganz in meiner Nähe, ich lernte beide persönlich kennen und das Pferdethema war Nr. eins bei uns. Um so mehr ich umgeben war von Pferden, umso mehr juckte mich das Thema, und meine
Kinderträume die sehr weit nach hinten verdrängt waren, rückten immer weiter in den Vordergrund und ich überlegte, was ich ausgeben könnte und wie ich es mit einem Pferd schaffen könnte. Ich
hatte es satt, mich mit Leuten zu unterhalten, die auf einem Pferd saßen, Pferde von anderen zu putzen, RU zu nehmen zwischen kleinen Kindern (von Erwachsenen RU und den ganzen Reitschulen, die
ich mittlerweile kenne, kannte ich natürlich damals keine). Ich war aber eh schon immer ein ungeduldiger Mensch.
Da war die Idee geboren, Melle wollte ein eigenes Pferd, so schwer kann das ja wohl nicht sein. Tja das dachte ich, sollte aber schnell zu spüren bekommen, das es nicht so einfach sein
sollte.
Ein halbes Jahr ist seit unserem Umzug vergangen und ich setzte mir, immer mehr in den Kopf, ein eigenes Pferd haben zu wollen. Andis Ratschläge, erst mal eine RB zu suchen, was ich ja vergeblich
versuchte oder aber mehr RU zu nehmen, scheiterten. Ich will ein Pferd und das jetzt. Eine Bekannte aus dem Pferdeforum wohnte weiter weg in Hessen, aber auch sie unterstütze mich tatkräftig bei
der Pferdesuche. Ein Pony sollte es sein, klein um die 10 Jahre, für Anfänger geeignet, für’s Freizeitreiten. Am besten ein Haflinger, Norweger, so was in der Art, gegen ein Mix hatte ich auch
nix einzuwenden. Ein Isländer wäre klasse, aber war für mich unbezahlbar.
Andi besuchte mit mir verschiedene Stallungen, damit ich sie kennenlernte und vor allem, wollte er mir anhand der Pferde zeigen, wie sie entweder gut gebaut sind oder auch nicht. Ich wurde nach
und nach über Fehlstellungen und Senkrücken etc. aufgeklärt, Andi hatte sehr viel Ahnung und gab mir an Wissen weiter. Er merkte, das ich mich nicht aufhalten ließ, aber sehr interessiert,
wissbegierig und lernen wollte. Er versuchte sein Bestes, denn aufhalten konnte er mich eh nicht, also half er wo, er nur konnte. Es reichte mir, wenn er oder die Bekannte aus Hessen beim Kauf
Probereiten würden, denn ich müsste eh auf meinem eigenen Pferd das Reiten lernen.
Zwischendurch schaute ich immer wieder Freunden bei der Arbeit mit Pferden zu, putze deren Pferde und lernte, was ich konnte, sobald ich das Wort Pferd hörte, wurde ich hellhörig. Dann fuhr ich
zu Besuch nach Hessen. Die Bekannte fand in der Verkaufsanzeige eine Fjordstute, sie passte vom Preis her, das Alter war auch o.k., sie wohnte 30 Kilometer von der Bekannten entfernt. Wir
schauten sie uns an und merkten schnell, das sie nichts für mich ist, eine sehr Verzogene und etwas Dominante. Die Besitzerin verkaufte sie, weil sie selbst Angst vor ihr hatte und ihre Händen
zitterten. So war das nichts, auch wenn die Stute sehr schön war, ich musste auch weiter denken. Und der Kauf sollte auch nicht überstürzt sein. In den nächsten Monaten schickten mir nette
Forumsuser Pferdeverkaufsanzeigen, dann sah ich ihn, einen weißen Andalusierschimmel, es passte alles, er war Bildschön, hatte ne tolle Größe, der Preis usw. alles stimmte, ich telefonierte ein
paar mal mit dem Besitzer und am Wochenende wollten wir mit dem Hänger hochfahren um ihn uns anzuschauen, eine AKU zu machen und ihn ggf. sofort mitzunehmen. Alles war geplant, ich bekam frei.
Hänger war auch organisiert, 400 Kilometer standen uns am nächsten Tag zuvor, ich rief noch mal an um uns anzukündigen und dann der Schlag, das Pferd wurde soeben verkauft, er wird grade
verladen. Ich war erbost und schrie den Mann an, was er gemacht hätte, wäre ich ohne noch mal angerufen zu haben, einfach morgen so aufgetaucht wäre? Ich war am Boden zerstört, wie konnte er nur.
Die nächsten paar Tage durfte man mich zum Thema Pferd nicht ansprechen, ich war traurig und wütend zugleich. Mein mittlerweile Ex-Freund ließ mich in Ruhe, merkte aber wie traurig ich war und
setzte sich an den Rechner und durchstöberte die Pferdeverkaufsanzeigen. "Da muss es doch auch Pferde in unserer Nähe geben, die zu dir passen." Ich sagte nur, er solle mich in Ruhe lassen.
Er las vor: 3 Pferde zu verkaufen, 2 Füchse und ein Apfelschimmel, nur 15 Kilometer von uns entfernt, Ecke Neuenbürg. Ne dachte ich, den Schimmel brauch ich mir gar nicht anzugucken, davon habe
ich die Nase voll.
Tja wie sollte es auch anders gelaufen sein.
Zuerst zeigte er mir ne Stute, sie biß durch die Gitterstäbe mit angelegten Ohren, ich sagte sofort „Die nicht“ aber er holte sie raus und führte sie mir vor. Ich war sehr angespannt, das Tier
war ein „Biest“, ein armes von Menschenhand gemachtes „Biest“.
Dann ging er mit mir in einen dunklen Scheune, er machte das Licht an und dort standen in einer Ständerhaltung zwei Pferde angebunden, ein trauriger Anblick. Der Fuchs, war ein Pole mit
Ramsschädel, er sah aus, wie vom Schlachttransport, so dünn, der Widerrist sehr hoch und er hatte todtraurige Augen. Ich hätte losweinen können, so traurig machte mich das. Über seinem Ständer
ein Kinderbild, liebevoll gemalt in Bundstiften mit dem Namen Rico drauf. Ein Ständer weiter, sah ich nen dicken grauen Apfelschimmelhintern, drüber ein ebenso liebgemaltes Namensschild mit dem
Namen Bronko. Der Schimmel drehte sich zu mir um und es machte „Peng“. Gott war der süüüüüß, diese dunklen Augen, der freche Ponyschopf, der ihm ins Gesicht viel, diese Mähne. Er hatte das ganze
Maul voller Heu und guckte verschmitzt. Ich bat ihn den Schimmel rauszuholen und blickte noch mal traurig zu Rico. Der Schimmel hatte die ganzen Beine voller Urinspuren, er schlief in seinem
eigenen Mist.

Der Händler, ein dicker alter Mann, von dem die Tiere sichtlich angst hatten meinte im Dialekt: „Der Schimmel koscht aber määäähr, die anderen bekommscht für 400-600€ billiger, daste des
weisch!“

Dann kamen die Pflegemädels und ritten ihn mir ein Stück vor (was für ein gebiss):

dann setzte ich mich drauf:

Ich konnte zwar noch nicht reiten, aber es muss ja vom Gefühl her stimmen und so war es auch. Ich saß auf einem gemütlichen Sofa und auch wenn ich wegen dem Händler sofort kehrt hätte machen
müssen, wollte ich dieses Pferd. Abends kam ich noch mal wieder mit Andi. Wir nahmen Bronko mit und probierten alles aus. Beugeprobe, traben, galoppieren usw. wir waren über eine Stunde.


weg, begleitet nur von den 15jährigen Pflegemädels, die sehr gesprächig waren. Sie erzählten, das Bronko und Rico, die sie beide selbst getauft hätten vor ca. 6 Wochen ankamen, beide wären dicke
Kumpels, dürften ab und an zusammen auf die Koppel und werden von ihnen geritten. Im Gelände sind es tolle Pferde, nur der Schimmel mag die Platzarbeit nicht so. Das merkte Andi auch gleich, als
Bronko mit ihm beim Probereiten, über die Abrüstung sprang. Aha Springfreudig und Arbeitsfaul sind wir also.
~Video~
ich auch mal, mein erstes mal auf lucky im schritt. wie ich wegknicke, oh mein gott:
Egal, den wollte ich haben, der ist klar im Kopf.
Dann fing das eine Mädel an zu weinen und fragte, ob ich ihn jetzt wirklich kaufen würde, ich sagte: „Ich denke schon“ und sie weinte bitterlich und fragte weiter, ob er es denn gut haben würde,
denn sie habe ihn sehr lieb. Ich hätte mit weinen können, diese armen Mädels, ständig kommen und gehen die Pferde, aber Bronko sei ihr Lieblingspferd, aber ihre Mum hat kein Geld für ein Pferd.
Ich erklärte ihr, das er es sehr gut haben werde, immer rauskäme und ich ihn gut behandeln werde.
Kurze Zeit später kaufte ich Bronko. Das verladen war ein Desaster. Mein Stiefdaddy und ich, beide keine Ahnung von Pferden (Andi konnte nicht) und der Händler und seine Frau. Sie zogen wild am
Strick herum und Bronko wollte nicht rein, dann passierte es, er lief dermaßen schnell rückwärts, so das er den Händler umschmiss und davon rannte. Der Händler hatte sofort ne Platzwunde an der
Hand und blutete stark. Er wickelte sich ein Handtuch um die Wunde und fluchte vor sich hin. Es war Bronko’s Glück, das er schon mir gehörte, ich denke, er hätte ihn sonst totgeschlagen. Ich
sagte nur so viel: "Vorsicht, jetzt ist er mein Pfrd und schon bezahlt."
Ich lief Bronko hinterher und brachte ihn mit ruhigen Worten wieder zum Hänger.

Die beiden nahmen die Longe und schoben ihn somit rein, mein Stiefvater stand im Hänger und zog, dann stand er drin. Ich musste dermaßen meine Tränen zurückhalten und schaffte es kaum, es waren
zu viele Gefühle im Spiel. Ich hatte Gefühle die nicht zu beschreiben waren, Angst, Wut, Trauer alles zusammen. Dann fuhren wir los, ich im Wagen meines Stiefvaters, wo ich hinter dem Hänger
schaute, wo der Händler mein Pferd transportierte, ich stand neben mir und heulte hemmungslos los.
20 Kilometer weiter angekommen, ging das ausladen schnell. Bronko kam auf ner Koppel bei uns im Dorf. Er Händler fragte nach dem Stall, ich sagte der ist weiter oben auf ner anderen Koppel, aber
hier wäre es besser zum ausladen gewesen, ich bedankte mich, verfluchte ihn und sie fuhren ab. Das „ganze“ Dorf stand auf einmal an der Koppel, wo Bronko bei der Araberstute Gasa und ihren zig
Schafen stand. Mone, die selbst 10 Pferde hat (ihr verbrannten Febr. 2005 fünf Pferde, wegen Brandstiftung), begutachtete ihn mit ihren Pflegemädels sehr. Ich hätte mir gewünscht, sie würden alle
verschwinden, ich war einfach nur fertig. Ich konnte mich nicht wirklich freuen, zu viele Gefühle hatte ich in mir.
Meine Mutter kam auch dazu, sie war mir noch die Liebste dort. Dann galoppierte Bronko, als hätte er es lange nicht gedurft, er tobte sich richtig aus und hatte Pfeffer ohne Ende. Andi mit dem
ich in der Zwischenzeit telefoniert habe meinte, der muss Lucky heißen, da er jetzt froh scheint, von dort weg zu sein und er hat sich ja echt gebührend verabschiedet mit der Platzwunde beim
Händler. Ich dachte mir, ja Lucky könnte passen, dabei hatte ich noch zwei Namen zur Auswahl.
Ich ging in Zaunnähe und rief ihm mit Abstand 3 Namen zu:
- Sisko
- Sunny
- Lucky
Beim letzteren hörte er auf zu grasen und schaute mich an, es war gebongt, Bronko heißt ab heute Lucky und damit es nicht zu eintönig ist, kommt noch ein Boy dahinter –
Lucky Boy - mein Pferd......
tja da stand es mein pferd und ich hatte angst, wirkliche angst. er stand da und ich war überhaupt nicht glücklich. es überkam mich die panik. nachdem ich nun nur
300 meter weiter heim gegegangen war, überkam es mich völlig. ich heulte los, WE ich noch nie geheult hatte, ich schrie, ich saß auf dem boden, mein herz zog sich schmerzhaft zusammen und mein
freund machte sich große sorgen. ich glaube, dass war ne art panikattacke. ich wollte dieses pferd nicht, es machte mir angst, ich hatte sooooolche angst vor der verantwortung, die mir so bewusst
wurde, seitdem er da stand. mein freund beruhigte mich und sagte, dass er morgen anrufen würde beim händler und wir ne lösung finden würde.
am nächsten tag ging ich arbeiten. ich arbeitete damals als familienpflegerin und betreute eine mutter mit ihrem säugling. sie selbst war früher bereiterin und merkte sofort, dass es mir nicht
besonders gut ging. da sie von lucky wusste, gratulierte sie mir sofort. dann heulte ich los und fing an zu erzählen und sie übernahm meinen job (wie peinlich) und fragte mich, ob ich schon mal
was von mutterdepression gehört habe, die erste phase, wenn ne mutter ihr neugeborenes nicht annehmen kann. sie vermuetet bei mir ähnliches und machte mir mut, dass so was vergeht, aber zeit
braucht.
noch ziemlich verstört, ging ich in den nebenraum und rief den händler an. er war sauer, verstand nicht, warum ich den gaul zurückgegen wollte, denn schließlich hätte er 3 weitere interessenten
gehabt und einer wollte unbedingt ein kutschpferd. er würde ihn zurücknehmen, aber für 800€ weniger. mehr würde er mir nicht entegegenkommen.
ich rief sofort mein freund an und erklärte ihm, was die mutter mir erklärte wegen der schwangerschaftsdepression und das ich so was ähnliches haben könnte und ich das pferd niemals zu dem
a.r.s.c.h. von händler zurückgeben würde. wer weiß, wo das arme tier landen würde.
mein tierherz ging auf und ich nahm mich meiner verantwortung an ein pferd zu besitzen. außerdem wollte ich den anderen nicht rechtgeben. ich habe zu oft in meinem leben aufgegeben, dieses mal
nicht. ich würde es schaffen, trotz meiner angst.
~Der "Stall"~
lucky stand bei uns im dorf, einfach auf der wiese mit nem weiteren pferd, was verstört seine ziegen und schafe in schutz nahm *strange*
ein pferd konnte ich mir leisten, ein krankes aber nicht. Also suchte ich ein pferdeladen (futter brauchte ich eh) um ihm eine dicke decke zu besorgen. Zwar hielten mich einige für total
beschränkt, aber er kam grade aus der box, stand 24h draußen und hatte noch nicht so viel fell. So lernte ich ines kennen und wir kamen gleich ins gespräch. Sie war so freundlich mir eine decke
zu leihen. Ich sollte lediglich später die reinungskosten übernehmen. Sie mache dann asu der decke generell ne ausleihdecke. Gesagt, getan.
ich war dumm, gutgläubig und sehr naiv. als der versprochene unterstand nach 2 wochen immer noch nicht gebaut war (ist heute erst nach 6j. gebaut worden), suchte ich ein einstallplatz der nicht
so teuer sein sollte.
Ich fasse es grade selbst nicht, wie blöd ich damals war, wie viel glück ich hatte, dass lucky nicht krank wurde.
hier erst mal die bilder vom traum, sein pferd im dorf halten zu können *hust*:

ähm das im hintergrund sollte der vorrübergehende unterstand sein, lächerlich:

da kann man schon mal so gefrustet bei aussehen:

oder auch k.o.t.z.e.n oder auch nur sein wassereimer zum 5. mal umkippen *grrrr*:

es war schon trostlos:


hier seine mitstute, die ihre schafe liebte:



ne sagte ich mir, so hab ich mir das nicht vorgestellt. das kann keine pferdehaltung sein. zumal es auch ständig windete, lucky expolsiv war und ich nix machen konnte. ich zuckte schon zusammen,
wenn er nur den kopf hochhielt, außerhalb der koppel.
es musste ne lösung her, aber da wusste ich ja noch nicht, dass der mistbock nicht in den hänger geht.......
~Wie kommt das Pferd in den Stall oder Wir hassen den Hänger?~
es musste ne lösung her, aber da wusste ich ja noch nicht, dass der mistbock nicht in den hänger geht......
also lucky sollte verladen werden, um ca. 6-8km weiter hoch auf dem berg zum bauern zu kommen. tja was soll ich sagen 5h standen wir an diesem hänger. und es war extra ein großer 4x isihänger.
tja heute weiß ich es besser, aber früher. ines kam und versuchte zu helfen und mone aus dem dorf bei uns. die mit den zig pferden.
wir versuchten es mit ziehen, schieben, reinreiten, reingaloppieren (suuuuper gefährlich) und mit verbundenen augen. nix half:

also brach mittlerweile die dunkelheit an, es war ja oktober und er musste hochgeritten werden. dass ich nicht reiten konnte, beachtete ich einfach mal nicht. es ging um mein pferd und der
braucht ein stall.
mone holte schnell ihr pferd mit dem hänger ab, damit sie mich begleiten konnte bzw. half noch ne freundin. ich ritt ein kleines stück und damit sie den berg hochgaloppieren und schneller reiten
könnte, würde ne freundin ihren araber weiterreiten und mone lucky. sie hole nur schnell in der zeit ihre reitsachen ab.
gesagt getan, melle, nichtreiter, ohne helm, setzte sich ohne satel auf ihr pferd und ritt mit geliehener trense auf der straße durchs ganze dorf. wenn ich das hier so lese, kann ich es nicht
glauben, aber es war so. aber außer, dass lucky gullilöcher umritt, war er einfach nur brav. ich hatte natürlich auch angst, war aber stolz. ist doch alles ganz einfach und es ist MEIN
PFERD!
am supermarkt traf ich dann die anderen und ich fuhr durch den wald mit dem auto hinterher, damit die reiter licht hatten. insgesamt waren wir so um die 6-8 leute mit freunden, RB usw.
~Der Stall beim Bauern~
angekommen kam lucky kam dann hoch auf dem berg zum bauern (witzigerweise gegenüber vom verein, wo er zuletzt stand, aber bis dahin, ist es noch ne weltreise an geschichte. leider). 150€,
täglicher weidegang, winterpaddock und rein und raustelldienst, alles macht der aber inkl. misten.
lucky kam nachts an und schlief erstmal in der box. am nächsten tag auf die weide und ein riesiges über 1,80 warmblutvieh (sorry, aber ich kanns nicht anderes betiteln) namens knöpfchen *hust*
kam auf ihn zugestürmt. der bauer stand mit zwei riesigen peitschen zwischen den zwei pferden udn schlug umsich. so muss man das machen. heute weiß ich, dass man es nicht so macht, aber ich hatte
ja null ahnung.
wie es aus sein sollte knöpfchen raste den berg runter in lucky hinein, knikste weg, hatte nen dickes bein und ich die neue war schuld. man hasste mich regelrecht. wie kann ich denn auch zu nem
stall gehen, wo ein wallach seit jahren mit seinen 3 stuten lebt? das hätte ich doch wissen müssen etc.
die besitzerin fluchte de ganze zeit. beim verarzten ihres pferdes, beim putzen ihres pferdes, ach nur wenn ich in der nähe war, meckerte sie herum.
naja eine war ganz nett und nahm mich mal zum ausreiten mit, dabei hatte ich noch gar keinen sattel und reiten konnte ich auch nicht, aber es klappte alles wunderbar. ihre arabohafistute ging
sogar durch und raste los. lucky, bleib einfach stehen, schaute mich an, lief imschritt los, als würde er faul sagen "da muss ich jetzt aber nicht hinterher oder"

ich würde sagen, ich hate mehr glück als verstand, denn heute, warum auch immer, würde er hinterherwolen. nur wüsste ich es aktuell zu stoppen.
hier der stall:

lucky hatte da übrigens noch viel zu enge eisen drauf. wusste ich noch nicht, ich wusste nur, dass ich bald ein scmied holen und nachsehen lassen wollte. aber alles zus einer eit.
auslauf:





putzplatz:

ich zeige nun zum allerstenmal überhaupt diese schrecklichen boxen, wofür ich mich heute schäme. im dunklen kuhstall:



~Luckys Charakter~
lucky hatte null respekt vor dem wesen mensch. er blieb stehen, wenman ihn zur seite bitten wollte. er biss dich auch mal in den arm, wen ihm was nicht passte, du zu nah standest oderaber er
leckerlies wollte. er gab die hufe nur widerwillig. er drehte sich so gezeilt, dass er dich umschupste. beim reiten machte er was er wollte. er lief die wege, die er wollte. später in dr halle
mit guten reitern, ritt er ständig auf türen zu, auf die bande, bremste abprut in der hoffnung der reiter würde drüber fiegen. hufsclag war ein fremdwort, zick zack reiten, machte spaß und
viiiiiiles mehr.
also im großen und ganzen ein dominates a.r.s.c.h.l.o.c.h. und nein, kein anfängerpferd *hust*
anis half mir beim hufeauskratzen, da ich ich noch nicht so traute und lucky seine beine immer wieder aufstampfte und wegzog:

er ritt ihn auch für mich, armer lucky, wenn ich daran zurückdenke:
~Videos~
hier sieht man mal wie bockig er war:





nun gut, die pferde sollten täglich rauskommen. draußen scheinte die sonne und egal zu welcher uhrzeit ich hinging, die pferde standen im stall bei den kühen (damals wusste ich noch nicht, dass
dies schädlich für pferde war). ich konnte um 11h kommen, um 15h, um 17h die pferde standen drin. dies war 2-3 tage so und ich informierte die anderen. nein meinten sie, die pferde stünden immer
draußen. nein sagte ich, ich hab doch als einzigste frei derzeit und habe es geprüft.
das theater ging los und ich war der buhmann, der bauer rief mich an und sagte, dass ich innerhalb eines tages den stall verlassen sollte (spätestens morgen), da ich nur unruhe stiften würde.
also rief ich nen kumpel an, der lucky 30km weiter weg ritt zum 2. stall. heute steht beim bauern nur noch 1 pferd, die arme nicki um die sich keiner mehr kümmert und die an hufrehe leidet. alle
sind nach und nach geflüchtet und heute geben sie mir sogar recht was es damals betraf. als ein pferd sich nämlich in dem stacheldrahtzaun verfing (ist ja eigentlich verboten für pferde) wurde
sie wach und verließen den stall.











~Rauswurf beim Bauern oder Stall 3~
nachdem ich nun in zig ställen angerufen habe, wo mein pferd mitten im winter unterkommen könnte, wo er auch rauskäme, denn das war mir von anfang an wichtig, sagte
mir ein stall ca 30km richtung pforzheim, also weiter weg, zu. heute könnte ich mich dafür ohrfeigen, damals aber blieb mir nix anderes übrig, als meinen kumpel die 30km, geritten vielleicht nur
20km ohne sattel dort mit dem untrainierten und unbemuskeltem pferd runterzureiten. zwischendurch wurde auch spaziert. mein ex fuhr mit dem fahrrad mit, ich mit dem auto und ner freundin grob
nebenher.
also ging es los (man beachte die schöne, geliehene renntrense) *ironie*:




hier schon die ankunft, da ich unterwegs nix schießen konnte an fotos. der kumpel fuhr nun fahrrad, mein ex lief:


das bild mag ich total von lucky:

Neue Box mit viel zu hohem Futtertrog:



tja was soll ich sagen, es waren leute die selbst nicht viel ahnung hatten aber nen stall führen wollten. lucky kam getrennt von den anderen daneben auf ner anderen koppel. er ging selbstständig
durch den zaun und hat sich selbst intigriert. als die frau mittags von der arbeit kam, stand er drüben bei den anderen, es lief so weit alles in ordnung. keine 2 tage später war mein pferd
verletzt und musste getackert werden. ich wusste genau welches pferd das war, aber es wollte niemand gewesen sein und versicherung, ne, die würde keiner kontaktieren. also zahlte ich schon im
ersten monat meine erste TA-rechnung:

ich rief eine gewisse klinik und ein gewisser herr Dr.T. kam. den tag. was es heisst im winter auf den TA zu warten, lernte ich auch gleich kennen 2-3 stunden wartezeit *bibber.
ich werde den tag nie vergessen und zum glück stand mein kumpel neben mir, der an einem gewisen punkt übernahm. der TA hatte solche angst vor lucky, da lucky auch vor ihm angst hatte (mann) und
sich ständig drehte, nicht still stand usw. das tackern wurde zum desaster. ich lernte an dem tag die pferdebremse kennen und dass lucky diese prima ignorieren und den TA umrennen könnte. mein
kumpel hatte wirklich mühe lucky zu halten und der TA hatte so viel schi.s.s, dass er lucky die spritze in den Ar*** warf *schock* ungelogen, er warf sie ihm rein und dann drückte er, während
lucky sich drehte. es war die hölle, ich heulte später, war fertig und sauer unfähig gewesen zu sein. diesen TA meide ich bis heute.
da war ich 4 wochen pferdesbitzerin und lernte gleich die negativen seiten kenne. eisen kamen dann auch ab, wo ich dann festestellte dass diese viel zu eng waren und strahfäule brachte das tier
auch mit. na prima. ganz abgesehen von dem unfreundlichen schmied, der grob war, unfreundlich und mühe hatte, dass lucky sein rechtes hinterbein gab (ging noch 2-3 jahre so, da muss an dem bein
irgendetwas vorgefallens ein, zwecks schmied in den vorjahren).
also jodoformzeugs geholt und täglich die hufe 2-3x mit watte eingetunkt.
beim hufe geben schlug lucky die beine in den boden und sträubte sich. ich hatte angst, null ahnung, war am ar*** der welt mit einem riesigem tier was ich nicht kannte.
in kurz es lief alles schief was nur ging. lucky wich nicht 1 cm und man musste sich mit dem ganzen körpergewicht dagegenstämmen.
allerdings lernte lucky in der zeit das hufegeben, da er ja das jodoform brauchte, ich zeit hatte und mir zeit ließ und tagtäglich übte, seine hufe zu versorgen:

übrigens seitdem läuft lucky barhuf. ich hate mehr glück als verstand, denn das umstelen dauert ja normalerweise ne weile. gut er hatte nur vorne eise, aber erstens zu eng, dann die strahlfäule
und er musste dennoch bald wieder einige kilometer weiterreisen....also wirklich glück, das lucky bis heute so bombe hufe hat.
~Probleme im Stall~
die stallfrau selbst hatte angst vor ihm und ging nur noch mit besen zu ihm in die box. dann ließ sie alle pferde rennen und wollte ihn führen, klar stieg er und rannte ihr aus den händen. selbst
schuld, also mal ehrlich. dann und jetzt kommts waren an den boxen keine türen sondern lediglich eine stange. man versprach mir, extra für uns, da lucky der kleinste war eine tür reinzubauen,
aber es war eine lüge. die tür kam nie:

lucky brach aus und fraß kraftutter der anderen pferde und verwüstete den ganzen stall, heu lag herum usw. mein erste mal drückte man ein auge zu und versprach eine tür dran zu bauen. von der
kolikgefahr mal nicht gesprochen. dann brach er jede nacht aus, so dass man mich nach dem 4. mal bat den stall zu verlassen. aber das schlimmste habe ich noch
garnicht erzählt, als lucky einmal wieder nicht weiche wollte (ich kam grade zurück in die stallgasse und hatte ihn angebunden), sah ich wie der stallbesitzer mit der gerte auf
mein pferd einschlug "das müsse so sein, dem müsste man zeigen wer der chef ist usw.". ich schrie er solle damit aufhören und wollte am liebste davonlaufen (was ich dann ja auch tat).
ich war am ende und erzählte ner bekannten (severine) von meinem problem und sie erzählte von einem reitstall wo 80-90 pferde standen, eine box 310€ kostete und normalerweise nicht in meiner liga
war, aber mehr dazu ein anderes mal...................
meine mama saß unterwegs auch mal drauf, trotz heidenangst. sie kam zu dem platz, wo wir pause gemacht hatten:


krankenpaddock:




anbindebalken:


auch damals schon die überlegung gleich western zu reiten, aber der sattel war nicht optimal und für 600€ überteuert, für so nen alten schinken:

übrigens lernte ich ne nette pferdefrau kennen, die auf dem hof RU gab und die mir half, das getackerte wieder rauszumachen. lucky drehte sich dauernd im kreis, er biss und sie war die ruhe selbst, drehte sich mit und löste eins nach dem anderen, lobte ihn und steichelte ihn.
ach so geht das, sagte ich mir innerlich.
~Stall 4 oder "Wir lernen reiten"~
also nachdem der typ lucky geschlagen hatte und immernoch keine tür an seiner box war, suchte ich innerhalb den nächsten 2-3 tagen einen neuen stall, wenns ginge
wieder näher an unserem zu hause. ich war am ende und erzählte ner bekannten von meinem problem und sie erzählte von einem reitstall wo 80-90 pferde standen, eine box 310€ kostete und
normalerweise nicht in meiner liga war.
ich redetete mit meinem freund, sie mit dem SB und glücklicherweise kam dabei heraus, dass ponys nur 230€ kosten würde bzw. fand ich im nachhinein heraus, zahlte jeder etwas anderes. es ging wohl
nach sympathie und S. war dort sympatisch. also von 150€, auf 230€. ok, irgendwie schaffen wir das schon. den traum vom pferd im dorf, hab ich längst vergessen. war eh ne blöde idee.
natürlich ritt wieder mein kumpel, da ich ja immernoch nicht reiten kann. vor lauter stallwechsel, kam ich zu gar nix. ich setzte mich mal im stall drauf und drehte ne runde um den block, aber
ich rutschte einmal über luckys hals, als der gras fressen wollte und ein wegehen vom stall, war ein desaster. er schrie, er wieherte, er war so aufs eine herde fixiert, dass er sich drehte, mich
alb umrannte, dann wieder wild zur wiese rannte usw. ein chaos. ich wusste nicht was ich tun sollte, ging aber immer wieder mit ihm raus, weil ich instinktiv dachte, das muss er lernen.
sattel und helm hatte ich immernoch nicht. aber ne geliehene trense.
ok gesagt getan, umzug. ach ja erst haben wir ihn ja nochmal versucht zu verladen. im dunklen und im regen, da ich so schnell es ging wegwollte von dem stall. er war dieses mal auch schon halb
drin, als ihm die plane vom wind auf dem kopf fiel. klar, nun konnten wir es vergessen. naja da ich abends atze schröder traf, verschoben wir den umzg um einen tag und mein kumpel ritt lucky
rüber. S. und ich im auto, mein freund mit dem fahrrad.
dieses mal war die strecke nicht so weit, allerdings regnete es, so dass S. dem kumpel ihren wachsmantel gab.
gut angekommen im neuen stall, kam lucky erstmal in seine gitterbox, welche ich nur akzeptierte, wenn er regelmäßig rauskäme. oh je, da fallen mir jetzt schon zig geschichten ein, aber ich mags
ja kurz halten.
also hinten, gitterbox in der ponyecke. genug einstreu drin, viel heu und erstmal innerlich ankommen.
also es war mitte dezember und wir hatten zwei hallen *freu*
umzüge, neue ställe schweißten mich und lucky ein wenig zusammen. zumindestens in einigen momenten. klar hatten wir weiterhin schlimme dominanzprobleme, aber er folgte mir auch wie ein hund in
der großen halle. man lästerte gleich über die neue und guckte verdutzt, als man erfuhr, dass ich grade mal 4 wochen pferdebesitzerin bin, keine ahnung hatte und mir mein pferd frei in der halle
im zick zack folgte. ab da lästerte man etwas weniger *g* ist schwer zu erklären, irendwie schweißte mich und lucky von anfang an etwas zusammen, trotzt dass er noch lange ein drecksack
blieb.
so, halle war voll, melle wollte reiten. ohne sattel, nur getrenst, setzte ich mich drauf und drehte meine runde. schritt, steh, lenken. ich übte und S., die selbst ritt gab immer wieder mal
tipps. sie gab mir auch später unterricht, ritt lucky fast zum schluß auch regelmäßig im RU und ich versuchte paralell RU zu nehmen. allerdings lohnt es sich zu erwähnen, dass ich den 6 jahren vielleicht 20-30 reitstunden
hatte, da ich oft mit den RL nicht einverstanden war.
jetzt komme ich hier an dem punkt, wo ich nicht weiß, was erwähnenswert ist und was ich lieber lassen sollte.
fakt ist, ohne S., die an mich geglaubt hat und an einige andere, hätte ich es nicht geschafft.
ich erzähle mal in stichpunkten meine wichtigsten ereignisse, gedanken und erinnerungen. ich war ca. 6-8 monate in dem stall. wir sind jahr 2004.
szenen wie:
- RL setzt sich auf Lucky. "buckelt der?" "ne hat er noch nie gemacht bisher" und lucky buckelte los, was das zeug hielt. die RL hatte schwierigkeiten sich oben zu halten.
- ich bekam selbst RU und lucky rannte ständig von der bande in die mitte, auf die tür zu usw. "bein, dran, bein dran" hörte ich immer wieder, aber wie sollte ich das schaffen, wenn er gute
reiter ebenfalls so austrickste. klar sie schafften einiges besser, aber dennoch, lucky war ein hartes los.
- ausritte mit S., um einfach weg vom viereck, der arbeit zu kommen und dem pferd was schöneres zu zeigen, denn er musste im viereck ja einiges erlebt haben. solche dinge machte ich auch alleine,
um den block reiten und lucky ging seinen weg. abbiegen schaffte ich nicht, da ich keine hilfe geben konnte. mal rannte er auch so 10 h galoppschritte mit mir über die wiese udn ich dachte nur
"oben bleiben". wenn mir was zu heikel wurde, stieg ich ab. aber ich sollte 5 jahte glück haben, bis zu unsrem unfall.
- spaziergänge machten wir oft, auch wenn ich manchmal etwas diskutieren musste oder bitten, wie hier, dass er über die pfütze springt:




- sattelsuche, über wintec, westernsättel bis hin zu unserem kieffersattel, den ich super günstig bekam, 5 jahre hatte, ihn dann mit nur 30€ differenz wieder verkaufte, bevor ich baumlos
ritt.
(ohne helm, nur fürs Bild)

- round pen arbeit, wo ich alleine mit lucky drin stand und er mir wie ein stier gegenüber. er versuchte mich umzurennen galoppierte auf mich zu, ich hatte ein strick in der hand und versuchte
dass umzusetzen, was andi mir zuvor gezeigt hatte. er sollte dich nur im kreis, weiter weg von mir laufen. natürlich lag es an meiner körpersprache und ich übte was das zeug hielt und ließ mich
verbesser, falls andi mal zeit hatte.
- lucky biss mich regelmäßig, vorallem eine szene im round pen, da lief er brav neben mir, folgte und biss mir einfach in den arm, der sofort blau anlief. ich heulte. wie konnte er so fies zu mir
sein, wo ich mich so bemühe. war alles doch ein fehler? sollte ich lieber aufgeben?
- immer wieder menschen, die mir mut machten, mir dinge zeigten. im umgang, beim reiten, longieren (versuchte man), ein RL machte mit ihm ne stunde an der DL und leider hab ich das video nicht
mehr hier. er machte DL-arbeit, da lucky ja kutschpferds ein sollte, wir das mal testen wollten. lucky trat, lief rückwärts auf den RL zu, kickte nach ihm uvm.
ich erinnere mich noch an eine sezene, als alle zur seite soprangen, da lucky bis außerhalb des reitplatzes nach draußen trat.
es war ein desaster und es dauerte ewig, bis lucky mal normal an der longe lief bei ihm. insgesamt würde ich sagen, dauerte es noch 2 jahre bis lucky wieder longiert werden konnte, ohne die
richtung selbstständig zu wechseln, ohne herumzbuckeln und ohne ein umzurennen. das schafte ich mit der richtigen körpersprache, aber dazu mal später mehr.
schön zugeschnürrt das pferd mit longierbrille, die ja zu nix taugt:




- ich versuchte auch RU auf nem hafi zu nehmen, saß 20 minuten drauf und bat wen lucky zu satteln, da ich absolut nicht klarkam auf diesem fremden pferd und meins haben wollte. was dann auch
etwas besser lief.
bis heute reite ich keine anderen pferde. ist so ei ding von mir. ich saß mal auf 3-4 drauf, aber eher widerwillig und mit überredungskunst. viele rieten mir so viele pferde zu reiten, wie nur
möglich. dennoch fand ich es nicht gut.
- ich stand zwischen western und englischreiterfreunden und jeder sagte was anderes. jeder begründete so genau, dass ich völlig veriwrrt war, mich sogar mit zwei freundne richtig stritt, da die
sich eh nicht leiden konnten und ich zwischen ihnen stand. dann noch leute aus foren, die ebenfalls ratschläge gaben und sogar vorbeikamen um mir zu helfen. unter andere auch Linda, mit der ich
bis heute noch befreundet bin.


naja ich wusste, ungefähr welchen weg ich mit lucky gehen wollte, aber nicht wie ich ihn umsetzen konnte.
~Zum Stall selbst~
das ist der punkt an dem ich erwähnen möchte, keine namen zu nennen und den hof auch nicht zu nennen. ich werde mich auch etwas zurückhalten.
der SB hat letztes jahr selbstmord begangen mittlerweile und seine tochter liest hier mit. ich möchte da den respekt bewahren, da ich den menschen trotz krankheit
mochte und als lieben menschen kennengelernt habe. auch wenn ich als Besi auf ihn als SB oft sauer war.
ich gehörte zu den 10-20%, die ihr pferd bei jedem wetter draußen sehen wollte. es gab zig diskussionen, zig besserwisserische ratschläge, als tierquäler titulierte man mich, aber ich wusste
instinktiv, nur weil es schneit, sperr ich mein pferd nicht ein. Lucky stand zu viert auf nem paddock und war, wie sollte es auch sein, schon da der big boss:





~Unschöne Sache~
tja an eine unschöne szene erinnere ich mich noch. die praktikantin und azubi zur pferdewirtin, mochte mich nicht und ich sie nicht. allerdings nutzte sie dies aus und lies es an mein pferd aus.
so dass ich irgendwann mal wild im stall empfangen wurde du zig leute erzählten.
diese dumme D. hat lucky einfach mit nem andalusier zusammengestellt, der sich erstens mit keinem verträgt und zweitens, sehr dominat ist. es endete so, dass die pferde bitter kämpften und der
andalusier wohl ziemlich viel blut verloren hat. zig macken und wunden. Lucky hatte ein riss im ohr und bluetete ebenefalls am kopf. es kam die szene, wo man mich im stall als melle aus dem
ruhrpptt kennenlernte und ich diese D. umbringen wollte. man musste mich zurückhalten und dank meinem freund schlug ich sie nicht. er redete auf mich ein. ich bin dann zum SB, hab natürlich
gepetzt, sie bekam an ein deftigen anschiss und ein verbot jemals wieder mein pferd anzufassen. das dürfe nur noch die andere praktikantin. kurz danach flog sie generell. war halt ne dumme
kuh.
dem andalusierbesitzer sprach ich auch noch mal an, aber ihm war sein pferd kackegal. dem juckte es nicht, ob er blutete, gekämpft hat oder was hatte. so lange er gut weiterlief *kotz*
naja es wurde sommer und wir gingen öfters ausreiten. wie ein sack kartoffeln sitze ich da *stöhn*:


Nachdem Reiten abgeduscht:

Mein Lieblingskoppelbild, hängt auch an der Wand hier:

Auf einmal war kein Strom mehr auf den Paddocks, die Pferde kamen seltener auf die Koppel, außer wir brachten sie und ich sah das für den Preis nicht ein. Mal erkannte mich der SB, mal nicht und
wollte mich vom Hof schmeißen, es spitze sich zu.
Es kam soweit, dass Lucky ständig ausbrach. mal bekam ich ein Anruf auf der Arbeit, ale Pferdr rantten über die felder, wären aber wieder drin *schock*
Ungelogen es passierte innerhalb von einer Woche, dass Lucky mir 3x entegen getrabt ist. Er brach einfach aus dem paddock aus, besuchte die Warmblüter nebendran, kloppte sich auch mit einigen und
kroch wieder aus dem Zaun.
Es war ein desaster. Einmal kam ich an, kein Lucky in der Box. Keiner auf dem OPaddock, keine der ihausversehen mitgenomen hat, nmichts. Ihc suchte,s chrei nach ihm, bekam richtige Panik ud nachd
em letzten mal rufen, kam ein Kopf hinter einem riesigen Heuhaufen zum Vorschein. Mir fiel ein Stein vom Herzen und die Entscheidung, den Stall verlassen wir. So was gefährliches duldete ich
nicht und auch nicht zu dem Preis. Mir wurde nur vom SB gesagt: "Kauf dir doch selbst ein Stromgerät."
Naja sagen wir es mal so, um es abzukürzen. Von den 80 Einstallern, waren am Schluß nur noch eine Handvoll da, bevor der Hof aktuell wieder neu aufgebaut wurde.
Das war meine Kurzfassung von dem Hof. In den 6-8 Monaten ist natürlich noch viel mehr paßiert. Aber ich hoffe, euch ein Eindruck verschafft zu haben.
Der nächste Stall war 30km weiter, hinter meiner Wohnung, da musste ich sozusagen vorbei. Dieses mal wollte ich das mit dem Verladen richtig angehen und üben.
~Weitere Bilder 2004~












~Stall 5 oder "Wir versuchen erneut zu verladen"~
....Der nächste Stall war 30km weiter, hinter meiner Wohnung, da musste ich sozusagen vorbei. Dieses mal wollte ich das mit dem Verladen richtig angehen und üben.....
also ich organisierte einen hänger, der eine woche auf dem hof stand. es war ei hänger, den man frei ohne auto stehen lassen konnte. ejden morgevor der arbeit furh ich hoch und fütterte lucky in
dem hänger. jedem abend wiederholte ich das spiel. ich schaffte es stück für stück, dass er immer weiter rein kam. erst der kopf, dann der ganze vordere breich und zum schluß sogar ganz. er war
zwar imer angespannt auf abruf rückwärts zu schießen, aber er stand drin, also was wollte ich mehr.
bald sollte es losgehen und ich übte weiter mit lucky, denn hnthe zu hatte ich den hänger ja noch nicht. er ließ sich natürlich noch bitten und kam nicht immer rein, sondern nur ab und an. auf
diesem großen hof kamen ständig besserwisser vorbei, die mir sagten, wie ich es zu mache habe, wie man pferd mich doch verarschen würde und er dominat sei usw.
ich ignorierte sie.
dann paßierte es. ich musste dringend aufs klo und drückte wem kurz lucky in die hand. ich würde mich beeilen. leute, ich kam keine 5min. päter zurück udn sehe wie wildfremde männer mein pferd
versuche mit der longe in den hänger zu schieben.
ohne scherz, damit wars vorbei. sein ganzes vertrauen, all das was ich die woche geschafft habe, haben die inerhalb von 5 minuten kaputt gemacht. ich bin
hingelaufen, ach was gerannt, hab geschrieben und ihnen lucky weggenommen. bin heulend weg und hab ihn in seine box gestellt. ha meie kumpe angeufen und gefragt, ob er ih erneut reite könnte. er
wiligte ein udn ich packte luckys zeig zusammen. "morgen früh sind wir hier weg meinschatz", flüsterte ich lucky ins ohr, immernoch stinkwüten düber so viel dummheit.
am nächsten morgen ritten wir früh los bzw. fuhr ich mit dem auto hinterher:




ein clownbild:

zwischenstation moosbronn isihof:

ankunft, lucky in seiner paddockbox:


so fing damals meine angst an und das ich mein pferd 3 monate nichtmals mehr richtig anfassen konnte ohne zu zittern.
aber mal von vorne:
ich vertraute freunden, die ahnung haben mit pferden umzugehen und von denen ich vieles lernte zum thema umgang, körpersprache etc.
zu diesen freunden wechselte ich in den kleinen westernstall.
"jaja auf die koppeln kommen die auch", hieß es. es war hinter so, dass lucky den ganzen tag auf einem paddock vor seiner box stand, tag ein tag aus. er konnte tagsüber auch nicht rein in seine
box, sondern nur unterm dach stehen, falls es regnet:


wenn dann durfte ich ihn mal auf die koppel stellen, so zum rennen 1-2 std. eine minikoppel am hang. ich hatte jedes mal angst, dass der mir in den untern bach
galoppiert weil er sich verschätzte.
hier mit seiner besten figur und am bestaussehensten *schwärm*:




nur alleine, weil die pferde könnten sich ja verletzen. mittlerweile halten meine damalsigen freunde es so, dass ihre 3 pferde nebeneinander stehen und sie lassen sie zusammen auf ne koppel
(selbst gekauft und eingezäunt) oder sie machen die paddocks auf, so dass die pferde zusammen können. ist aber nicht die regel.
also lucky stand nachts in der box und tagsüber auf diesem paddock, hatte da seine heukiste (in der er vor lauter frust reinäppelte).

als ich kam hatte er pfeffer ohne ende. ich war sein spielball mit dem er im round pen machen konnte was er wollte. ich erkannte mein pferd nicht wieder. er wurde zum "monster". ich bekam immer
mehr angst vor ihm, ritt immer weniger, denn auf dem platz ging er ständig durch. auch bei erfahrenen reitern ging er durch. ob S., ob M. ritten, er hörte nur ein minimales geräusch und schoß auf
dem reitplatz los, so dass einem die hände schermzen.
am putzplatz hängte er sich ständig auf und riss alle halfter kaputt.
hufe ausschneiden wurde zum desaster, er gab sei hinteres rechte bein nicht und drückte zwei erwachsen männer gegen die wand. hab noch nie männer so wegspringen sehen (schmied und A.). lucky
hintere hufe wurde somit über ein halbes jahr nicht ausgeschnitten. gut heute kommt er auch nur 2-3x im jahr zum schmied, aber dennoch, war’s damals nicht ok, da ja 3 hufe gemacht wurden.
er wurde zum zitternden, sensiblen pferd, dem ich nicht mehr vertrauen konnte. ich ging mit ihm in den round pen und wollte arbeiten. da sah man melle gegenüber ihrem pferd stehen, der dastand
wie ein stier der sie angreifen wollte oder aber explodierte und unkoordiniert durch die gegend rannte:





(die bilder enstanden natürlich beim normalen rennen lassen, was jedes pferd macht und darf. aber zur anschauung, dachte ich, passen sie einfach zum text)
ich brachte ihn abermals zurück in die box, bis zu dem tag an dem ich in der box saß und nur noch heulte und ihn "s.c.h.e.i.s.s" gaul" nannte.
daraufhin kam ein freund zu mir und sagte, dass jammern nix bringe. entweder gehe ich jetzt hoch in den round pen und finde wieder zu meinem pferd oder ich solle ihn ernsthaft
verkaufen.
to be continued...........
meine Jimdo-Page
